Behauptet wird:

Der Betrieb von Windenergieanlagen lohnt sich nur im Norden, wo fast das ganze Jahr über viel Wind weht.

Richtig ist:

Die Errichtung von Windenergieanlagen ist auch an windschwächeren Standorten im Binnenland in der Nähe von Ballungsgebieten und Großverbrauchern sinnvoll.

Im gesamten Bundesgebiet gibt es Standorte mit Windverhältnissen, die für die Windstromerzeugung gut geeignet sind und im Sinne einer gesamtgesellschaftlich getragenen Energiewende genutzt werden sollten. Die Branche hat zudem für windschwächere Standorte spezielle Anlagen entwickelt, welche auch bei geringeren Windstärken für optimierte Energieerträge sorgen.28 Die Errichtung von Windenergieanlagen ist daher auch an windschwächeren Standorten im Binnenland in der Nähe von Ballungsgebieten und Großverbrauchern möglich und sinnvoll.

Wird Windstrom auch im Binnenland erzeugt, muss er nicht von der Küste durch das ganze Land zu den großen Abnehmern transportiert werden. Dadurch lassen sich Spannungsverluste verringern. Auch wird durch den flächendeckenden Ausbau die allgemeine Versorgungssicherheit gesteigert, weil Flauten an einem Ort durch mehr Wind an einem anderen ausgeglichen werden. Das erhöht die Sicherheit der Stromversorgung sowohl bundesweit als auch auf europäischer Ebene. Parallel zur zunehmenden Windenergieerzeugung im Binnenland muss der Netzausbau vorangetrieben werden.